Stau ist ökologisch und volkswirtschaftlich schädlich. Die abendliche Blechlawine staut sich seit jeher durch Adliswil hindurch und bringt uns Bewohnern Lärm und Abgase, jedoch keinen Rappen Umsatz für unser Gewerbe. Denn genervte Autofahrer wollen bekanntlich nur eines: Augen zu und möglichst schnell durch! Das neue Verkehrskonzept mit den Kreiseln ist daher ganz klar eine längst fällige Massnahme. Wie sich der Durchgangsverkehr damit entwickelt, wird sich in den nächsten Monaten mit der Eröffnung der A4 im Knonauer Amt zeigen. Ebenso wichtig wie der Verkehrsfluss sind die notwendigen Parkiermöglichkeiten sowie ein funktionierendes öffentliches Verkehrsangebot. Der Bus nach Thalwil und die neuen Busverbindungen für das Entwicklungsgebiet Lebern-Moos müssen auch während des Tages bedarfsgerecht ausgestaltet sein. Wenn das Zentrum Ost neu gestaltet wird und die Kurzzeitparkplätze oberirdisch wegfallen, müssen sie entweder unterirdisch oder anderswo in Adliswil ersetzt werden - damit die Kunden auch in Adliswil einkaufen können. Um den Durchgangsverkehr wenigstens ein wenig zu verringern, ist konkret die Einrichtung eines Park-and-Ride beim Bahnhof Sihlau respektive Sood zu prüfen.
Eine ganzheitliche Verkehrspolitik berücksichtigt alle Verkehrsmittel gleichberechtigt und spielt den öffentlichen Verkehr nicht gegen den Individualverkehr aus. Leider ist aber das Ressort Tiefbau, das für die Strassen zuständig ist, politisch in linker Hand. Und das bedeutet: Keine Fussgängerstreifen mehr in 30er Zonen, zahlreiche Verengungen, die den Ortsbusverkehr behindern und aufwendige Fehlplanungen. Es wird Zeit, hier eine Trendwende einzuläuten.
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